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  • Kreisverwaltung Nordwestmecklenburg setzt auf Biogas und Fernwärme

    Geschrieben am 29. März 2011 admin Keine Kommentare

    Die Grevesmühlener Stadtwerke sind ihrem Ziel, die großen Gebäude der Kreisstadt mit Fernwärme aus ihrer Biogasanlage zu versorgen, ein Stück näher gekommen. So gibt es konkrete Pläne, die Malzfabrik an das Fernwärmenetz anzuschließen. Der Ausschuss für Kreisentwicklung stimmte für das Projekt, das bereits ab dem 1. September umgesetzt werden soll.

    Dass auch der Kreistag zustimmen wird, gilt als wahrscheinlich. Denn Tatsache ist, dass die Heizungsanlage der Kreisverwaltung mittlerweile 19 Jahre alt ist und dringend erneuert werden muss. Wie Burghard Bohm vom zuständigen Fachdienst erklärte, würde eine neue Heizungsanlage inklusive Planung etwa 110 000 Euro kosten.

    Daher habe man sich das Angebot der Stadtwerke, die bereits unter anderem das Rathaus in Grevesmühlen mit Fernwärme aus der eigenen Biogasanlage versorgen, genauer angesehen. Dieses Angebot sieht Investitionskosten für den Landkreis in Höhe von 60 000 Euro vor. Mit dieser Summe würde die alte Heizungsanlage demontiert und der entsprechende Raum im Keller der Malzfabrik als Lager umgebaut.

    Die Anschlusskosten sowie das Verlegen der Fernwärmeleitung inklusive der Fernwärmestation im Gebäude würden die Stadtwerke übernehmen. „Es bleibt bei den 60 000 Euro für den Kreis, mehr Kosten entstehen nicht“, so Stadtwerkechef Heiner Wilms, der selbst Mitglied im Ausschuss für Kreisentwicklung ist, sich aber der Abstimmung enthielt und nur auf Fragen der Mitglieder antwortete.

    Eine erste Kostenschätzung hat eine Einsparung der jährlichen Energiekosten in Höhe von 2355 Euro ergeben. Bislang zahlt der Landkreis allein für die Erdgasversorgung der Malzfabrik rund 72 000 Euro pro Jahr. Die gleiche Leistung per Fernwärme würden die Stadtwerke für 69 388 Euro anbieten. „Wir werden mit den Kosten für die Fernwärme immer einen Tick unter den Erdgaspreisen bleiben“, so Wilms. Die Laufzeit der Verträge ist für zehn Jahre vorgesehen, wobei dem Landkreis ein außerordentliches Kündigungsrecht nach fünf Jahren eingeräumt werden soll.

    Erhard Huzel gab im Vorfeld der Abstimmung zu bedenken, dass der Anschluss der Kreisverwaltung an das Netz der Stadtwerke auch das Thema Biogas neu entfachen würde. „Mich haben Jäger angesprochen, die die aktuelle Entwicklung nicht gutheißen. Immer mehr Mais bedeutet ihrer Ansicht auch immer mehr Unterschlupf und Nahrung für Wildschweine. Und das ist ein Problem.“ Das sei in und um Grevesmühlen nicht der Fall, so Heiner Wilms. „Die Stadtwerke betreiben zwei Anlagen mit 700 und 400 Kilowatt Leistung, das ist nicht übermäßig groß.“ Inzwischen sei laut Wilms auch das Problem mit den Lieferanten gelöst. „Die Landwirte arbeiten gern mit uns zusammen. Nachdem anfangs kaum jemand langfristige Verträge mit uns abschließen wollte, kommen die Bauern jetzt von allein auf uns zu.“

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